Werkstatt(t)raum - Interkulturelles Kreativ-Atelier für Frauen

Quelle: DW Nienburg
Quelle: DW Nienburg
Quelle: DW Nienburg
Quelle: DW Nienburg
09.12.2024
 
Winterzeit ist Märchenzeit. Es war einmal, so fangen Märchen an und bleiben es.
 
Im Gegensatz zu dieser Geschichte. Sie beginnt mit einem Herzenswunsch von Marion Schaper, mit einer Vision, die sich bis zum Konzept eines interkulturellen Kreativ-Ateliers für Frauen namens Werkstatt(t)raum entwickelt hat. Durch ihre Beharrlichkeit, ihre Ausdauer, ihren Langmut konnte aus diesem Herzenswunsch Realität werden.
Der Werkstatt(t)raum ist von Montag bis Donnerstag zu unterschiedlichen Zeiten (siehe unten) geöffnet, um möglichst viele Frauen erreichen zu können. Seit Ende Juni gibt es jeden Tag ein Workshopangebot. 
Das ist Frauen zu verdanken, die sich, mit dem Anliegen zu diesem Projekt "etwas beitragen" zu wollen, gemeldet haben! Diese Anleiterinnen vermitteln bzw. reaktivieren verschiedene Fertigkeiten und ebnen den Weg zu Selbstgemachtem.
Die Nutzerinnen, mittlerweile aus über 10 Herkunftsländern, einschl. Deutschland, lassen sich inspirieren und betreten gerne mal unbekanntes Terrain. Z. B. bei den Workshops "Handlettering" oder "Papier trifft Faden", bei der Schmuckherstellung, beim Bastflechten, Buchbinden oder wenn zum ersten Mal der Exzenterschleifer geschwungen wird.
Die Nutzerinnen bringen auch eigene Ideen mit und können diese im Werkstatt(t)raum verwirklichen.
 
Losgelöst vom kreativ sein oder werden, ist es wunderbar zu erleben, wie sich Frauen kennen lernen, über den eigenen Tellerrand schauen, neugierig sind, ernste Themen konstruktiv beackern, sich austauschen, Tipps geben und gemeinsam lachen.
Es fallen Bemerkungen wie "kleines Paradies" oder "Ich werde immer so schön ruhig, wenn ich hier bin."
Neben der Sprache des Herzens geht es ganz nüchtern und beiläufig um die Erweiterung der Deutschsprachkenntnisse. Dieses Unterfangen veranlasste eine Nutzerin zu dem Ausruf: "Das Leben ist zu kurz, um Deutsch zu lernen!"
 
Von SpenderInnen kamen Fragen wie: "Können Sie … eine Jalousie … Gardinenringe … Stalltür …gebrauchen?"
Die Spenden wie Stoffe, Garne, Küchenutensilien, Knöpfe, Werkzeug, Zentangle-Material, Handarbeitsnadeln, Holzteile und -bretter, Fliesen, Näh- und andere Maschinen sorgen dafür den Nachhaltigkeitsgedanken des Projektes umsetzen zu können.
Um die Fragen noch zu beantworten: Ja, die Stalltür wurde zur Platte eines Arbeitstisches, die Außenjalousie hat ein zweites Leben als Raumteiler und die über 100 Exemplare der Gardinenringe unterschiedlicher Größe wurden zu Serviettenringen umfunktioniert oder behäkelt als Kerzenhalter verwendet. Des Weiteren ist mit ihnen ein Mobile geplant.
 
Ein dickes Dankeschön geht an die SpenderInnen, Anleiterinnen Susanne, Gudrun, Gisela, Gabriele, Perdita, Karola, Sandra, Brigitte und Anne, an die Nutzerinnen und an alle, die bei diesem Projekt mitgehen, mitdenken, und (Impulse) mitgeben.
 
                          Der Werkstatt(t)raum geht vom 27.12.24 – 15.01.25 in Winterpause und 
          wünscht allen einen besinnlichen Jahresausklang sowie einen guten Start ins neue Jahr❗
12.08.2024
In der Weserstraße 7 in Nienburg ist ein neues und spannendes Projekt für Frauen jeden Alters und jeder Herkunft entstanden, die Gemeinschaft suchen und in der Gruppe oder in Einzelarbeit kreative Dinge entwickeln möchten, sei es ein Do-It-Yourself-Projekt oder eine Näharbeit oder die Herstellung eines Schmuckstückes oder das Upcyclen eines Gegenstandes oder etwas ganz anderes - alles ist möglich!

Am 15.06.2024 konnten wir das interkulturelle Kreativ-Atelier Werkstatt(t)raum für Frauen eröffnen.
Seitdem begegnet mir immer wieder die Frage: "Und, wie ist es angelaufen?!"
 
Deshalb ein kleiner Rückblick auf die vergangenen 8 Wochen:
Dank verschiedener Frauen, die sich als Anleiterinnen zur Verfügung stellen, gibt es bereits seit Ende Juni pro Woche mehrere Angebote.
Es wird mit der Maschine oder der Hand genäht - Einweisung inklusive, Journale oder Hefte gebunden und gestaltet und auch im "Do-it-yourself-Bereich" (DIY) gibt es vielfältigen Bedarf.
 
So sind schon Hunde aus Quadraten, Handyhüllen, Herzen und Stiftetuis entstanden. Die ganz individuellen Journale und Hefte dienen persönlichen Notizen oder sind ein schönes Geschenk.
Im DIY-Bereich werden Fragen beantwortet wie: Wie kriege ich die Kreidefarbe vom alten Sekretär? Wie gehe ich mit einem Akku-Bohrschrauber um? Was mache ich mit dem kleinen Tischchen, das seit 2 Jahren nutzlos in der Ecke steht? Auch das, was bereits im Werkstatt(t)raum vorhanden ist, wird zur Anregung. Und so entstehen Kisten oder Bildersetzrahmen.
Das ursprünglich nur für die Ferien geplante Angebot für Mütter und ihre schulpflichtigen Töchter läuft nach den Sommerferien weiter, dann natürlich nachmittags. Als Nächstes kann am 29.08.2024 eine Tasche genäht werden.
 
Jede Nutzerin hinterlässt ihre Spur – nicht nur mittels Fähnchen auf der Weltkarte. Es wird gefachsimpelt, erzählt oder ein Tipp gegeben. Ich bin begeistert darüber wie viel Austausch sich zwischen den zunächst fremden Frauen entwickelt. Und nebenbei wird Deutsch gelernt.
 
Für die nächsten Monate gibt es bereits Pläne in allen Bereichen. Doch natürlich greifen wir gerne eine Anregung oder einen Bedarf auf. Davon lebt der Werkstatt(t)raum. Er ist schließlich von Frauen für Frauen.
Während der Öffnungszeiten kann frau mal einen Blick riskieren und sich zunächst einfach in Ruhe umsehen.
 
Ganz wichtig:
Kreativ zu sein ist absolut keine Voraussetzung für die Nutzung des Werkstatt(t)raums. Und "Ich kann das nicht!" wird als Ausrede nicht akzeptiert! 
Was zählt sind Lust und Neugierde.
Wir freuen uns auf Dich/Sie! 
Steffi Liedtke

Werkstatt(t)raum - Interkulturelles Kreativ-Atelier für Frauen

Weserstraße 7
31582 Nienburg

Steffi.Liedtke@evlka.de
016090223763

Quelle: BMIH, Berlin